Mehr als 50.000 Laufmeter Kebony prägen Fassaden und Dächer des SANCTUM Nature Therapy Retreat und verbinden die unterschiedlichen Baukörper zu einem zusammenhängenden Ensemble. © Leonas Garbačauskas

Für die Gebäudehülle suchte der Bauherr eine langlebige Lösung mit geringem Wartungsaufwand. Insgesamt kamen bei SANCTUM mehr als 50.000 Laufmeter Kebony an Fassaden und Dächern zum Einsatz. © Leonas Garbačauskas

Mit zunehmender Bewitterung sollen sich Fassaden und Dächer visuell noch stärker mit der umgebenden Waldlandschaft verbinden – die natürliche Veränderung des Holzes ist Teil des architektonischen Konzepts. © Leonas Garbačauskas

Nicht das ikonische Einzelobjekt, sondern ein zusammenhängendes, robustes Ensemble war das Ziel der Architekten. Kebony bildet über Fassaden und Dächer hinweg ein verbindendes Gestaltungselement. © Leonas Garbačauskas

Architektur, die dem Wald folgt: Bestehende Lichtungen, alter Baumbestand und die natürliche Topografie bestimmten die Position und Form der Gebäude des SANCTUM Nature Therapy Retreat nahe Vilnius. © Leonas Garbačauskas

Im September 2026 wurde SANCTUM mit dem Grand Prix „Sustainability in Architecture, Construction and Design in Baltics 2026“ ausgezeichnet. Zuvor erhielt das Projekt bereits einen Jury Award bei den Architizer A+Awards 2026. © Leonas Garbačauskas

Kebony wird aus zertifizierten Nadelhölzern hergestellt, deren Eigenschaften durch ein patentiertes Modifizierungsverfahren dauerhaft verändert werden. Das Verfahren erhöht unter anderem Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität. © Leonas Garbačauskas

Innenhöfe, Wege und große Öffnungen schaffen immer wieder direkte Beziehungen zwischen Innenraum und Landschaft. Kebony unterstützt dabei die durchgängige Materialität des Ensembles. © Leonas Garbačauskas

Konstruktiv sind die Kebony Fassaden als hinterlüftete Konstruktion ausgeführt. Die Bekleidung ist auf einer Holzunterkonstruktion befestigt; korrosionsbeständige Edelstahlnägel dienen der Befestigung. © Leonas Garbačauskas

Alterung als Teil des Entwurfs: Unter Sonne und Witterung entwickelt die zunächst braune Kebony Oberfläche mit der Zeit eine silbergraue Patina. Eine zusätzliche Oberflächenbehandlung ist nicht erforderlich. © Leonas Garbačauskas

50.000 Laufmeter Holz, die mit dem Wald altern

Fassade und Dach aus einem Material: Beim SANCTUM Nature Therapy Retreat nahe Vilnius prägen mehr als 50.000 Laufmeter Kebony die Gebäudehülle – und ihre Veränderung ist Teil des Entwurfs.

Wie entwirft man ein Gebäudeensemble für einen Wald, ohne dem Ort eine neue Ordnung aufzuzwingen? Beim SANCTUM Nature Therapy Retreat nahe Vilnius bestimmten vorhandene Lichtungen, alter Baumbestand und die natürliche Topografie die Position und Form der einzelnen Gebäude. Das litauische Architekturbüro arches entwickelte daraus ein Ensemble, dessen Materialität die Verbindung zur Landschaft zusätzlich verstärkt.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Gebäudehülle: Mehr als 50.000 Laufmeter Kebony wurden für Fassaden und Dächer eingesetzt. Das Holz zieht sich über die unterschiedlichen Baukörper und wird so zum verbindenden gestalterischen Element. Für die Architekten ging es dabei nicht um ein ikonisches Einzelgebäude, sondern um ein robustes Ensemble, das sich harmonisch in die Waldlandschaft einfügt. Gleichzeitig wünschte sich der Bauherr eine langlebige Lösung mit geringem Wartungsaufwand.

Konstruktiv sind die Kebony Fassaden als hinterlüftete Fassaden ausgeführt. Die Bekleidung ist auf einer Holzunterkonstruktion befestigt, zum Einsatz kommen korrosionsbeständige Edelstahlnägel. Kebony wird aus zertifizierten Nadelhölzern hergestellt, deren Eigenschaften durch ein patentiertes Modifizierungsverfahren mit einer biobasierten Flüssigkeit dauerhaft verändert werden. Das Verfahren erhöht unter anderem Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität.

Besonders interessant für den Entwurf ist jedoch, was nach der Fertigstellung passiert. Eine zusätzliche Oberflächenbehandlung ist nicht erforderlich. Sonne und Witterung lassen die zunächst braune Oberfläche allmählich silbergrau werden. Bei SANCTUM wird diese Veränderung nicht kaschiert, sondern bewusst gestaltet: Mit zunehmender Bewitterung sollen Fassaden und Dächer visuell immer stärker mit dem Wald verschmelzen.

Für arches war das Material kein Experiment. Bereits bei der litauischen Valley Villa hatte das Büro Kebony eingesetzt. „Jedes Mal, wenn wir Kebony verwenden, lernen wir mehr über seine gestalterischen Möglichkeiten“, beschreibt Architekt Arūnas Liola die Erfahrung mit dem Material.

Im September 2026 erhielt SANCTUM den Grand Prix „Sustainability in Architecture, Construction and Design in Baltics 2026“. Es ist bereits die zweite internationale Auszeichnung des Projekts in diesem Jahr: Bei den Architizer A+Awards 2026 wurde SANCTUM zuvor als Jury Winner in der Kategorie „Design for Wellbeing“ ausgezeichnet.

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